Amancay

Amancay – Begegnung auf Augenhöhe e.V.


Amancay - Begegnung auf Augenhöhe e.V.

Team in Peru


Rosa Conde

Amancay - Begegnung auf Augenhöhe e.V.

Projektleitung und -koordination

Sozialarbeiterin aus Lima
Mitarbeiterin seit 2009


Mein Name ist Rosa Esther Conde Soriano, ich bin 46 Jahre alt und lebe zusammen mit meinen beiden erwachsenen Kindern, meiner Schwiegertochter und meiner Enkeltochter in Villa Maria del Triunfo, Lima. Ich wohne in dem Haus meiner Eltern, die immer sehr bescheiden waren, ein großes Herz hatten und mir den wahren Wert des Lebens lehrten.

Seit 24 Jahren arbeite ich nun schon im Bereich der Sozialhilfe. Angefangen habe ich als Vorschullehrerin, später arbeitete ich als Sozialarbeiterin in meinem Stadtteil, in der Gemeinde, in Kinderheimen und anderen sozialen Projekten mit Kindern, jungen Müttern, sozial benachteiligten Familien, kranken und alten Menschen. Ich habe viele Kurse und Fortbildungen besucht, um mehr zu lernen und die Realität, in der ich lebe, besser zu verstehen.

Ich sehe viele andere Familien, denen es schlechter geht als meiner Familie. Ich kenne ihre Realität sehr gut und kann nicht einfach nur zusehen. Ich möchte die Menschen motivieren, ihnen Ideen geben und das Wenige teilen, was ich weiß und gelernt habe. Ich bin immer auf der Suche nach Möglichkeiten für mein Land Peru und seine Menschen. Vor allem bemühe ich mich für die Familien, die vom Staat vernachlässigt und zurückgelassen werden. Diese ganzen Jahre habe ich viele wertvolle und intensive Erfahrungen machen können. Ich habe dramatische Situationen erlebt, die mir sehr viel gelehrt haben. Ich habe Familien in extremer Armut gesehen und menschenunwürdige Lebensbedingungen kennengelernt.

Innerhalb dieser großen Vielfältigkeit von Fällen und Situationen ist es für mich jedoch das Schlimmste zu sehen, dass es Kinder mit Behinderungen gibt, die von anderen Menschen völlig ignoriert werden, die für unseren Staat überhaupt nicht existieren, nicht registriert sind und so die wenigen staatlichen Hilfen nicht in Anspruch nehmen können. Viele Leute können nicht verstehen, dass ich mich für Menschen mit Behinderungen einsetze, da sie in ihren Augen nicht gleichwertig sind und kein Potenzial besitzen. Das kränkt mich und das möchte ich ändern.

Aus Erfahrung weiß ich, dass man bei dieser Problematik innerhalb der betroffenen Familien ansetzen muss, um dort ein Bewusstsein für Chancengleichheit und Entwicklung zu schaffen, um Akzeptanz und eine wahrhaftige Integration in die Gesellschaft zu fördern. Es gibt viele Dinge, die geändert werden müssen und es gilt viele Hürden zu überwinden, aber wenn wir organisiert und effektiv arbeiten, werden wir es nach und nach schaffen, die Missstände zu bewältigen. Es gibt bereits Organisationen und Projekte für Menschen mit Behinderungen und es gibt interessierte Familien, die aufgewacht sind und nun reklamieren, was ihnen rechtlich zu steht. Zusammen mögen wir die Kraft haben unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Behinderung bedeutet keine Untauglichkeit, ganz im Gegenteil; wir können viel voneinander lernen und dies ist eine wunderbare Möglichkeit, der wir uns nicht verwehren dürfen.

Es scheint unglaublich; fragt man mich heute, wie alles angefangen hat und wie diese schwierige Arbeit funktioniert, kann ich bezeugen, dass dieses gesamte Projekt aus der eigentlichen Notwendigkeit der Familien geboren wurde. Das Geheimnis hinter allem ist unsere Beharrlichkeit, das Fallen und Wiederaufstehen Tag für Tag, die Kraft und der Wert der Wahrheit, der Blick für das Wohlergehen aller und ein Geben ohne Erwartung auf eine Gegenleistung.

Katherina Büker

Amancay - Begegnung auf Augenhöhe e.V.

Freiwilligenmentoring

Ergotherapeutin
Freiwillige in 2009/10


2009 setzte ich das erste Mal meinen Fuß auf peruanischen Boden. Mit dem Welthaus Bielefeld verbrachte ich dort ein Jahr an einer Schule für Kinder mit Behinderungen in Villa El Salvador, im Süden Limas. Dort lernte ich das Projekt der 'Besonderen Besuche' ('Visitas especiales') kennen. Noch im selben Jahr schlossen sich die ehemaligen Freiwilligen in Deutschland zusammen und gründeten den Verein. In Lima begannen wir die Zusammenarbeit mit Rosa, unserer Koordinatorin. Die Arbeit mit den Familien wurde konkreter. Neben den Besuchen der Kinder konnten wir durch die Hilfe einer peruanischen Koordinatorin auch die rechtlichen Angelegenheiten unterstützen, wie einen Behindertenausweis für jedes Kind und die damit verbundenen Rechte. 2011 kehrte ich nach Lima zurück und unterstuetzte den Verein weiter in seiner Enstehung. In meiner Tätigkeit als ErgoTherapeutin, sowie als Ansprechpartner für die Freiwilligen und Rosa. So war ich auch dabei als wir schließlich im August 2012 in Peru ein eingetragener Verein geworden sind. In den letzten Jahren habe ich die vielen Etapen in der Entstehung des Vereins und in der direkten Arbeit vor Ort erlebt. Die Arbeit ist ein Teil von mir geworden und mir liegt es sehr am Herzen das Projekt weiter nach vorne zu tragen. Ich erlebe die Entwicklung der Familien, der Kinder, die durch die direkte Arbeit der Freiwilligen vor Ort, als auch durch die Unterstützung aus Deutschland möglich ist.

Zur Zeit lebe ich in Lima und unterstütze den Verein als Ansprechpartnerin für die Freiwilligen vor Ort und arbeite eng zusammen mit Rosa, unserer  Koordinatorin.